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Was perfekt war von Colleen Hoover

Rezension Was perfekt war

Titel: Was perfekt war

Autor: Colleen Hoover

Verlag: bold

ISBN: 9783423436205

Seiten:  320

Erscheinungsdatum: 25. Oktober 2019

Preis: 14,90 €


Kurzbeschreibung Was perfekt war von Colleen Hoover

Quinn und Graham: ein Paar wie aus dem Bilderbuch, bis ihre Ehe auf eine gewaltige – unbezwingbare? – Probe gestellt wird. Sie wissen nicht, wie sie überhaupt noch miteinander umgehen sollen, wie jeder sein eigenes Leben bewältigen soll. Und doch gibt es eine letzte Chance. Werden sie sie nutzen und wieder zueinander finden?

Eine fesselnde Liebesgeschichte über ein sehr brisantes Thema, die mich mehr als beeindruckt hat!


Rezension Was perfekt war von Colleen Hoover

Ok, das klingt ein wenig kitschig, aber ich habe tatsächlich selten ein Buch gelesen, das mich so berührt hat, wie dieses. Klar: Ich fand bisher alle Bücher von Colleen Hoover toll, aber dieses hier… ist irgendwie anders. Erwachsen, bedeutsam, schonungslos offen und ehrlich…

 

Der Titel des Buchs, “Was perfekt war”, beschreibt eigentlich schon ganz gut in welchem Stadium sich die Beziehung von Quinn und Graham befindet: sie WAR perfekt, ist jetzt meilenweit davon entfernt. Sie hat nicht perfekt begonnen, denn die beiden haben sich kennengelernt, als sie ihre beiden damaligen Partner beim Sex erwischt haben. Graham war seiner damaligen Freundin gefolgt und vor dem Apartment von Quinns Verlobten auf sie getroffen. Sie beide mussten durch eine schmerzhafte Erfahrung und trafen sich dann erst eine ganze Weile später wieder. Und ab da waren sie das perfekte Paar. Das ist ein sehr außergewöhnlicher Beginn einer Beziehung, aber irgendwie auch sehr süß. Denn sobald die beiden zum ersten Mal miteinander im Bett landen, ist zumindest Graham sich sicher, dass Quinn die Eine ist, die er heiraten will und mit der er sein Leben verbringen möchte. Quinn ist zu Beginn noch vorsichtig und etwas überrumpelt, kann Graham aber nicht wirklich widerstehen. Schon ein Jahr später heiraten sie und alles IST perfekt. 

Doch dann kommt ein großer zeitlicher Sprung und man erlebt die beiden 8 Jahre später. Es dauert ein paar Seiten, bis man merkt, was das Problem zwischen den beiden ist: die ungewollte Kinderlosigkeit. Dieses Thema hat mich sehr berührt, zumal ich selbst Menschen kenne, die damit Probleme haben oder hatten. Obwohl man darüber immer wieder liest oder auch in Gesprächen hört, habe ich noch nie so tief in die betroffenen Personen hineinfühlen können, wie durch dieses Buch. Das ist natürlich klar, denn wer stülpt schon gerne sein Innerstes nach außen? Genau das tut Colleen Hoover mit diesem Buch. Man leidet mit Quinn mit, spürt wie verzweifelt sie ist. Man kann ihre Verbitterung greifen, ihre Enttäuschung, man denkt ihre Gedanken. Colleen Hoovers Schreibstil ist – wie immer – so eindrücklich, so empathisch, so offen, dass man nicht anders kann, als sich wie Quinn zu fühlen. Und ganz ehrlich: das ist kein schönes Gefühl. Nicht nur, dass sie sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind; sie wird – natürlich – immer mehr von Zweifeln geplagt, was ihre Ehe angeht; denn das “Problem” liegt bei ihr. Sie kann sich nicht vorstellen, dass Graham damit glücklich ist und hat das Gefühl, ihm ein Kind zu “verwehren”. Ich kann nicht einschätzen, ob das allen Frauen in dieser Situation so gehen würde, kann es mir aber gut vorstellen. Quinn zieht sich zunehmend zurück, Sex gibt es nur nach Terminplan, sie geht beinahe daran zugrunde. Graham tut eigentlich sein Bestes, da sie sich ihm gegenüber aber nicht wirklich öffnet, hat er kaum eine Chance.

In wechselnden Zeitperspektiven wird man in die Geschichte gesogen. Immer wieder ein Wechselbad der Gefühle zwischen den Rückblenden, der “perfekten” Beziehung, und dem Heute, in dem es Quinn einfach nur schlecht geht.

Als man schon denkt, es gibt keinen Ausweg mehr (denn was sollte der Ausweg sein?) kommt Graham mit einem letzten Versuch. Und obwohl ich jetzt einem der letzten Kapitel etwas vorweg greife (Achtung Spoiler!), möchte ich euch davon erzählen, denn dieser Versuch hat mich – wenn auch auf eine andere Weise – fast so sehr berührt wie das Auseinandersetzen mit dem Kinderwunsch-Thema: An ihrem Hochzeitstag haben Graham und Quinn jeder einen Brief an den jeweils anderen geschrieben und in eine kleine Box gesteckt, die verschlossen wurde. Sie hatten verabredet, diese Box entweder dann zu öffnen und die Briefe gegenseitig zu lesen, wenn sie Silberhochzeit haben oder aber als letzten Ausweg vor einer Trennung. Und nun, als es soweit ist, habe ich  – ehrlicherweise mit ein paar Tränen in den Augen – gelesen, was Graham seiner Quinn am Tag der Hochzeit geschrieben hat. 

Er schreibt ihr, wann er sie am meisten lieben wird: nämlich nicht dann, wenn alles perfekt und locker ist, sondern dann wenn es schwierig wird:

“Ich verspreche dir, dass ich dich, wenn es stürmt, noch mehr lieben werde, als wenn die Sonne strahlt.

Ich verspreche dir, dass ich dich, wenn es dir schlecht geht, noch mehr lieben werde, als wenn du glücklich bist. 

Ich verspreche dir, dass ich dich, wenn wir arm sind, noch mehr lieben werde, als wenn wir in Geld schwimmen.

Ich verspreche dir, dass ich dich, wenn du weinst, noch mehr lieben werde, als wenn du lachst. 

Ich verspreche dir, dass ich dich, wenn du krank bist, noch mehr lieben werde, als wenn du gesund bist.

Ich verspreche dir, dass ich dich, wenn du mich hasst, noch mehr lieben werde, als wenn du mich liebst.

Und ich verspreche dir … ich schwöre dir … dass ich dich an dem Tag, an dem du diesen Brief liest, noch mehr lieben werde als an dem Tag, an dem ich ihn schreibe.”

(Was perfekt war, Colleen Hoover, S. 254)

 

Ob das reicht, um die Ehe zu retten, oder nach allem was geschehen ist, nur noch der Schlussstrich bleibt, werde ich hier natürlich nicht verraten. Aber dieser Brief hat mich so sehr daran erinnert, was Liebe bedeutet. Und was man sich verspricht, wenn man sich heiratet. Es spiegelt perfekt wieder, was man sich vorm Traualtar (oder wo auch immer) verspricht: “In guten wie in schlechten Zeiten”. Und genau das sollten wir uns alle immer wieder bewusst machen. Denn tatsächlich trifft diese Art von Liebe doch nicht nur auf Ehepartner zu, oder? Auch die beste Freundin oder der beste Freund, die Eltern, die Kinder, die Geschwister, sie alle sind die Menschen, die für einen da sind – und für die man selbst da ist – wenn es einem eben nicht gut geht. Und nicht nur in den sonnigen und einfachen Momenten.

 

PS: Dieses Buch möchte ich vor allem all den Menschen ans Herz legen, die es sich nicht verkneifen können, andere zu fragen: “Und? Wann ist es denn bei euch endlich so weit?” Denn keiner weiß, ob ein Paar (noch) keine Kinder möchte, oder vielleicht verzweifelt versucht, welche zu kriegen!


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Too late

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