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Rezension Totgesagt von Harlan Coben

Titel: Totgesagt

Autor: Harlan Coben

Verlag: Goldmann

ISBN:  9783442484638

Seiten:  539

Erscheinungsdatum: 16. September 2019

Preis: 10,00 €


Kurzbeschreibung Totgesagt von Harlan Coben

New York, 1990er Jahre: Sarah ist erfolgreiche TV-Journalistin und mit dem beliebten Basketballspieler Michael verheiratet. Ihr Leben könnte perfekt sein, bis ihr eines Tages ihr guter Freund Harvey anvertraut, dass er sich verfolgt und bedroht fühlt. Harvey ist aktiv in der Aidsforschung tätig und nachdem bereits zwei seiner Patienten ermordet wurden und sein Partner scheinbar Selbstmord begangen hat, fürchtet er um sein Leben. Sarah wittert nicht nur eine heiße Story, sondern fühlt sich schnell auch persönlich verpflichtet, Harvey zu helfen. Doch zur gleichen Zeit erkrankt Michael schwer. Was steckt dahinter?


Rezension Totgesagt von Harlan Coben

“Okay, wenn dies das erste Buch von mir ist, das sie in der Hand haben, legen Sie es am besten gleich wieder weg. Geben Sie es zurück. Suchen Sie sich ein anderes aus. Kein Problem. Ich warte.” [Totgesagt, Harlan Coben, S.5]

So beginnt “Totgesagt” und bereits mit diesem ersten Abschnitt des Vorworts durch den Autor selbst musste ich herzlich lachen – habe ich schon erwähnt, dass Harlan Coben einer meiner absoluten Lieblingsautoren ist?

Welch ein Glück, dass dies nicht mein erstes Buch von ihm ist, so durfte ich dann also weiter lesen. Was der Grund für diese etwas spezielle Warnung ist? Harlan Coben erklärt uns selbst, dass er dieses Buch vor mehr als 20 Jahren geschrieben hat, es war sein zweiter Roman überhaupt. Doch erst jetzt wurde sein Werk übersetzt und in Deutschland auf den Markt gebracht. Und ja, tatsächlich ist der Thriller anders als erwartet:

Darum geht es

Sarah Lowell ist eine erfolgreiche und ehrgeizige junge Journalistin, die sich gerade einen Job in einer von Amerikas erfolgreichsten TV-Shows geschnappt hat. Ihr Schwerpunkt ist investigativer Journalismus und bei einem dieser Jobs hat sie vor einigen Jahren ihren heutigen Ehemann, Michael Silverman, kennengelernt. Michael ist ein sehr bekannter Basketballspieler, der Sarah mit seiner charismatischen Art erobert hat. Sarah selbst stammt aus einer sehr reichen Familie und ist das Leben in der High Society gewöhnt, bleibt jedoch trotzdem bodenständig.

Bei einer Dinnerparty im Haus von Sarahs Vater wartet einer der Gäste sehnsüchtig auf Sarah, ihr alter Freund Harvey Riker. Er ist Arzt und seit einiger Zeit in der Aidsforschung aktiv. Hier muss man bedenken, wann das Buch spielt, nämlich in den 1990er Jahren, als das Thema noch eine andere Brisanz hatte als heute. Damals steckte die Aidsforschung noch in den Kinderschuhen und wurde von vielen als eine Krankheit abgetan, die nur Homosexuelle und Drogenabhängige betraf. Heute wissen wir das natürlich besser. Im Roman ist Harvey gemeinsam mit seinem Kollegen und guten Freund Bruce Leiter eines mehr oder weniger geheimen Aidsforschungsprojekts. Die Patienten sind ebenso geheim, wie die Forschungsergebnisse. Doch in den vergangenen Wochen wurden zwei von Harveys Patienten ermordet – von der Presse als “Schwulenmorde” abgetan. Als dann auch noch Bruce aus dem Fenster eines Hotels in New York springt, obwohl er eigentlich im Urlaub in Mexiko sein sollte, bekommt Harvey es mit der Angst zu tun und wendet sich an Sarah. Diese will der Sache auf den Grund gehen. Schnell überschlagen sich die Ereignisse, nicht nur ein weiterer Mord erschüttert die Freunde, sondern auch eine mysteriöse Krankheit, die Michael ins Krankenhaus zwingt. 

Meine Meinung

Wenn man die Thriller von Harlan Coben kennt, stellt man beim Lesen dieses Buchs schnell zwei Dinge fest: zum Einen ist sein Stil unverkennbar. Auch in diesem Thriller, wie in vielen anderen, sind es spannende Verwicklungen und unerwartete Wendungen, die den Leser überraschen. Und es sind “normale” Menschen, die in verzwickte Kriminalfälle verwickelt werden. Zum Anderen ist es aber auch ein starker Unterschied zu den neueren Thrillern, die deutlich ausgefeilter und raffinierter sind. Nicht unbedingt im negativen Sinn, aber ich persönlich mag es einfach lieber, wenn nicht so viel von Ermittlerseite geschrieben wird (hier gibt es auch einen Polizisten, dessen Sicht der Geschichte einen großen Teil zur Handlung beiträgt) und die Personen noch ein bisschen “normaler” sind. Denn Sarah und Michael mit ihrem Reichtum und ihrer Bekanntheit sind dann doch nicht ganz so wie ihr und ich. 

Die Bezüge zur Aidsforschung sind doch auf ihre Art interessant zu lesen. Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit, als das Thema Aids/HIV sehr stark im Fokus stand und man sich irgendwie rebellisch fand, wenn man mit einer roten Aidsschleife am Schulrucksack unterwegs war. Heute ist zumindest in meiner Welt HIV kein solches Stigma mehr und die meisten Menschen dürften inzwischen wissen, dass es eine Krankheit ist, die nicht nur Homosexuelle und Drogensüchtige treffen kann. Aber man merkt natürlich den alten Stand des Wissens in diesem Buch. Trotzdem mutig, dass Harlan Coben das Thema damals schon aufgegriffen hat!

Die Spannung ist in diesem Fall auf jeden Fall groß, aber kommt nicht ganz an die neueren Thriller von Coben heran. Ich habe das Buch aber trotzdem in Rekordzeit verschlungen – und auch ein heute sehr erfolgreicher Autor muss ja mal irgendwo anfangen und hat offensichtlich Einiges gelernt mit der Zeit.


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Category:Krimi, Roman, Thriller

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