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Rezension Nichts ist gut. Ohne Dich. von Lea Coplin

Rezension: Nichts ist gut. Ohne Dich. von Lea Coplin

Infos zu Nichts ist gut. Ohne Dich.

Titel: Nichts ist gut. Ohne Dich.

Autorin:  Lea Coplin

Verlag:  dtv

ISBN:9783423717786

Seitenanzahl: 352

Erscheinungsdatum: 20.04.2018

Preis: 10,95 €


Kurzbeschreibung Nichts ist gut. Ohne Dich.

Jana und Leander haben sich seit vielen Jahren nicht gesehen, seit bei einem tragischen Autounfall Janas Bruder Tim ums Leben kam – und Leander dabei war. Jetzt ist Jana 18 Jahre alt und Leander taucht plötzlich wieder in ihrem Leben auf. Sie weiß nicht, wie sie mit ihm umgehen soll und was er von ihr will. Und Leander selbst weiß das eigentlich auch nicht genau. Die beiden tasten sich langsam aneinander ran und müssen sich eingestehen, dass da noch die gleiche Anziehungskraft ist wie Jahre zuvor…


Rezension Nichts ist gut. Ohne Dich.

Die Geschichte beginnt mit Jana, die in einer kleinen Buchhandlung in München arbeitet. Damit hat mich das Buch natürlich gleich mal für sich gewonnen, habe ich doch selbst viele Jahre in einer Buchhandlung gearbeitet. Zum Glück ist es mir aber noch nie, wie Jana, passiert, dass da plötzlich jemand vor mir steht, der mich komplett schockt und mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hätte – in Janas Fall Leander. Leander, der beste Freund ihres großen Bruders Tim, der, wie man recht schnell erfährt, vor 6 Jahren bei einem Autounfall, bei dem auch Leander beteiligt war, ums Leben gekommen ist. Seit damals hat sich Janas Leben komplett verändert, ihre ganze Familie ist auseinandergebrochen und auch sie selbst hat das Ganze immer noch nicht verkraftet, hat ihr Leben nicht wirklich im Griff. Genau deshalb wirft Leanders kurzer Besuch jetzt alles durcheinander. Erst möchte sie dieses Erlebnis einfach verdrängen, aber dann kann sie nicht anders und sucht nach ihm.

Leander wiederum, aus dessen Sicht die Hälfte der Kapitel geschrieben sind, weiß selbst nicht genau, warum er, nachdem er zurück von Berlin nach München gezogen ist, plötzlich die Nähe zu Jana sucht. Er ist hin und her gerissen und weiß doch, dass sie endlich über alles, was damals passiert ist, reden müssen, um beide im Leben weiter machen zu können. Leander hat bei mir unheimlich viele Emotionen geweckt. Er leidet so sehr unter der ganzen Situation und darunter, wie viele Jahre zuvor von Seiten der beteiligten Erwachsenen mit dem Unfall umgegangen wurde. Eigentlich sollte ein junger Mensch mit gerade mal 22 Jahren noch keine solche Last auf den Schultern haben aber er erträgt alles sehr tapfer und ohne Wut.

Das klingt alles wahnsinnig dramatisch und irgendwie ist es das auch. Ich war glücklicherweise noch nie in so einer Situation und kann nur vermuten, was es bedeutet, wenn der eigene Bruder bzw. der beste Freund stirbt und man mit dieser Lücke weiterleben muss. Trotzdem steht die Trauer nicht so sehr im Fokus, sondern vor allem auch (unterdrückte) Wut, Unverständnis, dann aber auch Freundschaft, Mitgefühl und Liebe. Man bekommt schnell einen Eindruck davon, wie die beiden vielleicht VOR diesem tragischen Ereignis waren. Und dann steht natürlich die langsam wieder aufkeimende Freundschaft zwischen Leander und Jana im Mittelpunkt. Sie nähern sich einander an und merken schnell, dass viele Gefühle von früher immer noch da sind und vielleicht auch mehr?

Lea Coplin wird auf der Rückseite des Buchs als “deutsche Colleen Hoover” beworben und obwohl ich ungern zwei Autoren miteinander vergleichen möchte, kann ich dem nur zustimmen. Ich habe bisher noch keine deutsche Autorin gelesen, die so toll diese Mischung aus Liebe, Drama, Trauer, Hoffnung und Zuversicht in der Young-Adult-Sparte rüber bringen kann. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen und jede Seite genossen, besonders das Ende, das nicht so vorhersehbar ist, wie man vermuten könnte. Eine ergreifende, ehrliche und mitreißende Geschichte, an deren Ende man den beiden und ihren Familien einfach alles erdenklich Gute wünscht.

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Category:Roman, Young Adult

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