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Rezension Nicht ein Wort von Brad Parks

Rezension: Nicht ein Wort von Brad Parks

Infos zu Nicht ein Wort

Titel: Nicht ein Wort

Autorin:  Brad Parks

Verlag:  FISCHER Taschenbuch

ISBN: 9783596297801

Seitenanzahl: 496

Erscheinungsdatum: 22.02.2018

Preis: 14,99 €


Kurzbeschreibung Nicht ein Wort

Scott Sampson, Bundesrichter in Virginia, ein Mann mit viel Macht, bekommt an einem Mittwoch eine SMS von seiner Frau Alison, die ihm mitteilt, dass er die gemeinsamen Zwillinge Emma und Sam, 6 Jahre alt, nicht von der Schule abholen muss. Nichts Ungewöhnliches, bis er zuhause ankommt und sich seine Frau wundert, wo die Kinder sind. Wenige Minuten später folgt der Anruf der Entführer und Scott und Alison müssen entscheiden, ob sie deren Forderung – keine Polizei, allen Anweisungen folgen – nachkommen werden oder nicht um ihre Kinder wieder zu bekommen.


Rezension Nicht ein Wort

496 Seiten Thriller an einem Tag – mit Kleinkind zuhause… keine schlechte Leistung als Mama und trotzdem machbar, wenn man die halbe Nacht liest, weil das Buch so spannend ist, dass man nicht mehr aufhören kann. Das ist mir schon lange nicht passiert!

Nicht ein Wort hat mich schon länger gereizt, jedes Mal wenn ich es in der Bücherinsel liegen sah, und zum Glück habe ich eine aufmerksame Mutter, die mir das Buch dann geschenkt hat. Es hat mich um ehrlich zu sein vor allem gereizt, weil vorne drauf ein Aufkleber war, der versprach, dass es für Fans von Harlan Coben perfekt sei – also für mich! Und es war tatsächlich nicht zu viel versprochen, auch wenn es eigentlich ganz anders ist als die Bücher von Harlan Coben – was ja auch gut ist, jeder Autor sollte ja seinen eigenen Stil haben und der von Brad Parks gefällt mir sehr gut.

Scott, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, ist ein sehr sympathischer Charakter. Man fühlt mit ihm, wenn er von seiner Liebe zu seiner Frau und seinen Kindern spricht und kann seine Gedankengänge und Handlungen gut nachvollziehen. Wie in vielen Thrillern oder auch Filmen, in denen es um Entführungen geht, steht er vor dem Dilemma, dass er die Polizei nicht informieren soll und ihm somit die Hände gebunden sind, irgendetwas gegen die Entführung zu tun. Für ihn steht eigentlich sofort fest, dass er alles, aber auch wirklich alles tun wird, was die Entführer verlangen. Und schnell ist klar, dass es dabei nicht um Geld geht, sondern um seine Funktion als Richter.

Hier findet sich für mich ein kleiner Minuspunkt des Buchs: es fallen so viele Namen und juristische Details, dass ich manchmal etwas den Überblick verloren habe – welcher Anwalt ist jetzt wer? Warum verläuft der Fall so wie er verläuft… für mich als Jura-Laien eine Menge Details, die man vielleicht ein wenig kürzer hätte fassen können. Aber trotzdem kann man der Story gut folgen und ich könnte mir vorstellen, dass es für Menschen mit etwas juristischem Hintergrund noch leichter zu lesen ist.

Der Schreibstil von Brad Parks ist eher schnörkellos und schnell, was ganz nach meinem Geschmack ist. Er erzeugt die Spannung dadurch, dass er den Leser an Scotts Gedanken teilhaben lässt und schnell hatte ich die gleichen Zweifel, die gleichen Gedanken: wem kann Scott trauen? Wer ist wie involviert? Warum haben die Menschen um ihn herum plötzlich Geheimnisse? Einer seiner engsten Mitarbeiter verhält sich komisch, seine Frau Alison verheimlicht ihm Dinge, sein ehemaliger Chef und guter Freund kennt Menschen, von denen er glaubt, dass sie in den Fall verwickelt sind…. wer steckt dahinter? In diesem Buch werden viele Zweifel gestreut und ähnlich wie in Wahrheit gegen Wahrheit weiß man schnell nicht mehr, wem Scott, besonders in seinem engsten Umfeld, noch trauen kann. Aber nach und nach werden die Zweifel aus dem Weg geräumt und am Ende gibt es eine Auflösung mit der man (oder ich) überhaupt nicht gerechnet hat. Bei einem Thriller ist das natürlich perfekt, denn keiner möchte ja eine Story, bei der man nach der Hälfte schon weiß, wie sie endet (und soviel kann ich verraten: das Ende ist absolut packend und mehr als berührend!).

Mich hat das Buch nicht nur aufgrund seiner Schnelligkeit und der Spannung gefesselt, sondern auch sehr berührt, weil ich mir eigentlich gar nicht vorstellen mag, wie es ist, wenn die eigenen Kinder entführt werden. Eine Angst, die wohl jedes Elternteil nachvollziehen kann und mit der Brad Parks geschickt spielt. Deshalb kommt die Geschichte ohne allzu brutale Details und dutzende Leichen aus, sondern hat Gedanken und Gefühle in meinem Inneren geweckt, die Angst einflößend genug waren. Genau die Art von Thriller, die ich mag. Ich bin gespannt, was wir in Zukunft von Brad Parks noch lesen werden und werde mir vermutlich auch sein nächstes Buch, das schon angekündigt ist, kaufen.

 

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Category:Thriller

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