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Mein Jahr mit Dir

Rezension Mein Jahr mit Dir von Julia Whelan

Titel: Mein Jahr mit Dir

Autorin: Julia Whelan

Verlag: Penguin

ISBN: 9783328103219

Seitenzahl:  480

Erscheinungsdatum: 14. Januar 2019

Preis: 13,00 €


Kurzbeschreibung Mein Jahr mit Dir von Julia Whelan

Ella erfüllt sich einen Traum, verlässt ihre Heimat in den USA und geht als Rhodes-Stipendiantin nach Oxford. Dort lernt sie nicht nur einen ziemlich verrückten Haufen Freunde kennen, sondern auch Jamie, den sie erst für ziemlich schnöselig hält, der aber schon bald ihr Herz erobert. Doch zu diesem Zeitpunkt ahnt sie noch nicht, welches Geheimnis er vor ihr versteckt, und wie sehr dies ihr Leben verändern wird.


Rezension Mein Jahr mit Dir von Julia Whelan

Ella ist eine sympathische junge Frau, Mitte 20, die zum ersten Mal aus ihrem Leben in Ohio, USA, herauskommt. Nachdem sie bisher Politik und Geschichte studiert hat, “gönnt” sie sich nun ein Jahr in Oxford, um sich in einem Aufbaustudium ganz der Literatur zu widmen. Ich selbst war noch nie in Oxford, kann aber ihre Begeisterung und Verzauberung durch den Ort nachvollziehen, der so voller alter Geschichte ist. Bereits am ersten Abend, vollkommen übermüdet und leicht genervt, lernt sie Jamie kennen, der sie beinahe mit seinem Auto umfährt (weil sie natürlich nicht an den Linksverkehr gedacht hat). Als sie ihn nur wenig später in einem Pub trifft und er auch noch in sie hinein rennt, so dass sie voller Essensmatsch ist, platzt ihr der Kragen und sie macht ihn ziemlich zur Schnecke. 

Nur einen Tag später muss sie feststellen, dass Jamie ihr neuer Dozent ist und möchte am liebsten im Boden versinken. Aber sie stellt sich der Herausforderung, beeindruckt ihn schnell mit ihrem Wissen, merkt aber auch, dass Wissen nicht alles ist. 

Während Ella sehr schnell einen kleinen Haufen verrückter Freunde ansammelt, die sie annehmen, wie sie ist, merkt sie schnell, dass sie von Jamie fasziniert ist und es kommt, wie es kommen muss: die beiden landen miteinander im Bett. Eine wilde Affäre beginnt, bei der allerdings von beiden Seiten romantische Gefühle ausgeschlossen werden.

Bis zu diesem Zeitpunkt war das Buch zwar gut lesbar und hat Spaß gemacht, war aber noch nichts allzu Besonderes. Dann jedoch kommt der große Wendepunkt und, Achtung, ein klein wenig spoilern muss sein: Jamie will eine Auszeit und durch einen Zufall findet Ella heraus, dass er sehr schlimm an Blutkrebs erkrankt ist. Sie ist sauer über sein mangelndes Vertrauen, wirft ihm vor, sie ausgenutzt zu haben, obwohl sie ja selbst weiß, dass dem nicht so war. Ella muss lange nachdenken, was sie will, wagt sich aber dann an die Herausforderung, auch weiterhin für Jamie da zu sein.

Die Story war durch diesen Wendepunkt ganz anders als ich erwartet hatte. Als ich auf dem Klappentext von einem Geheimnis gelesen habe, habe ich mir diverse Szenarien vorgestellt, aber nicht dieses. Das war eine durchaus positive Überraschung, trotz des dramatischen Themas. Allerdings gab es für mich in diesem Roman ein wenig viele Nebenbaustellen: Ella bekommt, noch am ersten Tag in Oxford, überraschend einen neuen Job im Wahlkampf einer amerikanischen Präsidentschaftskandidatin, den sie dann aus der Ferne mitgestaltet. Dieser Strang ist zwar insofern wichtig, dass er entscheidend Ellas Wunsch nach einer Rückkehr in die USA beeinflusst, ansonsten aber in keinerlei Hinsicht relevant für die Story. Ebenso ein kleiner Flirt mit einem Mitstudenten. 

Die Geschichte um Jamie und Ella selbst fand ich hingegen sehr gut. Erst wirkt Jamie wie der klassische Aufreißer-Badboy, dann jedoch zeigt sich bald seine sensible Seite und die Gefühle zwischen den beiden ändern sich. Das Thema der Krankheit nimmt einen wesentlichen Teil des Buchs ein und das finde ich persönlich auch gut so. Die Art, wie Ella und Jamie damit umgehen, wie auch Familie und Freunde involviert sind, ist sehr einfühlsam und gut beschrieben. Ich kenne mich medizinisch nicht genug aus, um beurteilen zu können, ob das Ganze realistisch ist, aber darum geht es in einem Roman ja nicht unbedingt.

Etwas zwiegespalten bin ich bei dem Literatur-Thema, das sich durch das Buch zieht. Die Beiden haben sich ja in einem Literaturkurs kennengelernt und entsprechende Details kommen sehr oft vor. Viele Gedichte, viele kleine Zitate, etc. Ich liebe Lesen, aber ich kann mit zu viel Literatur-Analyse nicht wirklich etwas anfangen und bin ehrlich gesagt jemand, der jegliche Zitate am Anfang von Büchern oder Kapiteln einfach überblättert. Ich weiß, viele finden das ganz besonders toll und wichtig, aber ich eben nicht. Von daher habe ich mich mit diesem sich durchziehenden roten Faden etwas schwer getan.

Alles in allem hat mir das Buch aber sehr gut gefallen. Der Schreibstil von Julia Whelan, die Atmosphäre in Oxford, die Personen: das alles hat mir von Seite zu Seite Spaß gemacht und so wurde der Roman dann ziemlich schnell verschlungen. Ich bin gespannt, ob mir Oxford dann eines Tages auch in echt so gut gefallen wird!


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Dieses Buch wurde mir von meiner Lieblingsbuchhandlung, der Bücherinsel in Durmersheim, kostenlos zur Verfügung gestellt. Für das Verfassen der Rezension wurde ich nicht bezahlt.

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Category:Drama, Liebesroman, Roman

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