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Rezension Froschperspektive von Seb Hofmann

Infos zu Froschperspektive
Titel: Froschperspektive

Autor:  Seb Hofmann

Herausgeber:  c/o AutorenServices.de, Sebastian Hofmann

ISBN: 9783961114597

Seitenanzahl: 233

Erscheinungsdatum:  31. Juli 2018

Preis: 9,99 €


Kurzbeschreibung Froschperspektive

Froschperspektive ist das Erstlingswerk von Seb Hofmann. Es handelt von einem Jungen, der in der damaligen Karl-Marx-Stadt und dem späteren Chemnitz zur Welt kommt und dort aufwächst. Klischeehafter Weise heißt der Protagonist in diesem Buch Ronny. Dieser ist schon mit schlechtem Karma auf die Welt gekommen, sein Vater hat sich das Leben genommen und von seiner Mutter kann er nichts erwarten, nicht mal Liebe. Im Kindergarten wird er von der Erzieherin vorgeführt und von den Kindern ausgelacht.


Rezension Froschperspektive

„Armer Kerl“ dachte ich und „hoffentlich geht es nicht mit Selbstmitleid weiter“, doch leider war es so. Es musste auch so kommen, denn schon auf Seite 11, wird Ronny als „Fremdkörper und Quälgeist“ angekündigt. Und das Versprechen wird auch gehalten, Klein-Ronny entwickelt sich zu einem Ekel, das sich von der Welt unverstanden fühlt und seinen Frust darüber an Schwächeren auslässt.

Trotz aller Widrigkeiten schafft er sein Abitur und schreibt sich lustlos an der Uni in Leipzig ein. Elisa, beste Freundin seit Kindheitstagen und Objekt seiner heimlichen Begierde zieht zu seinem Entsetzen nach Berlin. Elisa ist sein einziger Halt im Leben, sie und Gerd, ein Plüschfrosch, den er als letztes Geschenk von seinem Vater bekommen hat. Durch ihn kann er seine Gefühle ausdrücken, doch er wird immer mehr zu seinem dunklen Alter Ego.

Gemeinsam mit Gerd setzt Ronny alles in den Sand, was es in den Sand zu setzen gibt, sein Studium, seine Beziehungen zu Frauen und seine Existenz und tut sich dabei kräftig selbst leid. Nach einer wirren Zeit in Wien, trifft er am Ende seine große Liebe Elisa wieder und wittert seine Chance endlich bei ihr zu landen, doch das Treffen endet in einer Katastrophe.

Nach der Lektüre der letzten Zeilen begreife ich nun auch die ersten Zeilen, denn der Roman beginnt mit dem Ende. Das hat mir gut gefallen und auch die Sprache im Buch ist sehr passend gewählt.

Schwierigkeiten hatte ich mit dem Protagonisten. Ich persönlich mag es nicht, wenn mir der Hauptcharakter eines Buches unsympathisch ist. Realistisch betrachtet musste Ronny zum Arschloch werden, bei dieser Kindheit, doch leider ist die Figur allzu negativ geraten. Auf Seite 205 fragt der Protagonist: „Haben wir am Ende verlernt glücklich zu sein?“ An dieser Stelle habe ich angefangen im Buch zu blättern, um nach der Stelle zu suchen, an der der Ich-Erzähler glücklich war, ich habe sie nicht gefunden. Er mag nichts, niemanden und sich selbst am allerwenigsten, er quält Menschen und Tiere. Dazu das ständige Selbstmitleid, das mir auf jeder Seite entgegenspringt. Mitleid habe ich mit dem Charakter von Seite zu Seite immer weniger, so sehr, dass ich hoffe das er am Ende von der Brücke springt, auf der er steht. Aber vielleicht ist das vom Autor ja so gewollt.

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Category:Roman

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