15 49.0138 8.38624 1 0 4000 1 https://www.lesenistluxus.de 300 true

Rezension Der Kastanienmann von Søren Sveistrup

Titel: Der Kastanienmann

Autorin: Søren Sveistrup

Verlag: Goldmann

ISBN: 9783442315222

Seitenzahl:  608

Erscheinungsdatum: 26. August 2019

Preis: 15,00 €


Kurzbeschreibung Der Kastanienmann von Søren Sveistrup

Winter in Kopenhagen – Kommissarin Naia Thulin wird zu einem Spielplatz gerufen, auf dem die Leiche einer jungen Frau gefunden wurde, nur wenige Meter von deren Haus entfernt. Der Leiche fehlt eine Hand und bei genauerem Hinsehen findet sich eine seltsame Spur: ein Kastanienmännchen. Was hat es damit auf sich? Die Arbeit wird Kommissarin Thulin zusätzlich erschwert, indem sie einen neuen Partner zur Seite gestellt bekommt, der gerade bei EUROPOL raus geflogen ist und irgendwie nie da ist, wenn sie ihn braucht – oder unpassende Kommentare von sich gibt.

Doch schon folgt der nächste Leichenfund, es bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Welcher Serienkiller steckt dahinter?


Rezension Der Kastanienmann von Søren Sveistrup

Vorsicht, diese Beschreibung ist nichts für schwache Nerven! Ich habe mich ziemlich gegruselt beim Lesen…

Darum geht es

Die junge Kommissarin Naia Thulin, alleinerziehend mit einer Tochter, hat die Nase voll von der Kopenhagener Mordkommission. Sie will in die Abteilung für Cyberkriminalität wechseln. Doch bevor sie ihren Chef überreden kann zuzustimmen, überschlagen sich die Ereignisse. Erst wird auf einem Spielplatz die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie wurde aus ihrem Haus entführt, während ihr Sohn geschlafen hat, der Partner auf Dienstreise war. Sie wurde gejagt und schließlich grausam ermordet. Doch bevor sie starb, wurde ihr eine Hand bei lebendigem Leib abgesägt. Während die Spurensicherung zu Gange ist und der Gerichtsmediziner sich um die Leiche kümmert, versucht Thulin (und ja, in diesem Buch werden alle nur mit Nachnamen genannt, etwas komisch), sich einen Reim darauf zu machen. Als sie ein kleines Kastanienmännchen entdeckt, wird sie stutzig und obwohl ihre Kollegen sie nicht ernst nehmen, lässt sie es analysieren. Zu aller Erstaunen findet sich darauf ein Fingerabdruck eines Mädchens, das im Jahr zuvor verschwunden und nie wieder aufgetaucht ist.

Passend zu dem neuen Fall, den Thulin eigentlich nicht will, bekommt sie auch noch einen neuen Kollegen: Mark Hess, der eigentlich bei EUROPOL arbeitet, dort aber irgendwie, keiner weiß Genaueres, rausgeflogen ist. Hess beteiligt sich mäßig engagiert an den Ermittlungen und bringt Thulin mit seinen Kommentaren in Rage. Sie ist fast froh, dass er ständig mitten während der Arbeit verschwindet.

Während Thulin den Partner der ermordeten Frau unter die Lupe nimmt, geschieht schon der nächste Mord. Wieder eine junge Frau, dieses Mal fehlen ihr gleich beide Hände. Wieder ein Kastanienmännchen, wieder ein Fingerabdruck. Als Thulin auf die Gemeinsamkeiten hinweist und den alten Fall des verschwundenen Mädchens wieder aufnehmen will, stößt sie auf taube Ohren bei ihren Vorgesetzten. Denn das Mädchen ist die Tochter einer Ministerin – und der Fall scheinbar längst abgeschlossen. Obwohl die Leiche der Kleinen nie gefunden wurde, gibt es einen geständigen Täter, den zwei gestandene Ermittler festgenommen haben. Was sollte es da also noch zu ermitteln geben?

Doch die Reihe der Morde nimmt kein Ende…

Meine Meinung

Dieser Thriller hat es wirklich in sich. Er beginnt mit einer kurzen Szene in der Vergangenheit, die auf die Kastanienmännchen hinweist, einen aber trotzdem ziemlich im Dunkeln lässt. Dann folgt die Geschichte, hauptsächlich aus Sicht von Kommissarin Thulin geschildert. Einzelne Kapitel werden aus Sicht von Hess geschrieben, manche aus Sicht anderer Personen. Der Schreibstil ist ziemlich fesselnd. Er verbreitet eine äußerst düstere Atmosphäre und wenn draußen – wie in meinem Fall – auch noch ein Sturm tobt, ist es wirklich gruselig. Der Autor, Søren Sveistrup, ist eigentlich Drehbuchautor (“Kommissarin Lund”-Krimis) und weiß, wie man Spannung erzeugt. Allerdings hatte ich in diesem Buch das Gefühl, er hat sich mal so richtig ausgetobt: endlich keine zeitliche Begrenzung auf einen 20:15-Film, sondern so richtig alles reinpacken, was man möchte. Ob das dem Buch wirklich gut getan hat, sei dahingestellt. Meiner Meinung nach gab es einige Seiten-Erzählstränge, die man weglassen oder deutlich kürzer hätte fassen können.

Kommissarin Thulin ist … wie soll ich sagen… sie wäre sicherlich nicht meine beste Freundin, weil sie eine ehrgeizige und leicht rücksichtslose Art hat, die ich nicht mag. Trotzdem kann ich jetzt auch nicht sagen, dass ich sie unsympathisch fand. Neutral trifft es vermutlich am besten. Weder konnte ich große Gemeinsamkeiten von ihr zu mir entdecken, noch gab es etwas, was mich wirklich gestört hätte. Genau diese Neutralität empfinde ich ehrlich gesagt den meisten Personen in diesem Buch gegenüber, was ich ein bisschen schade finde. Ich persönlich fiebere lieber mit. Hier wird alles eher nüchtern beschrieben.

Was Sveistrup wirklich toll gemacht hat, war die Dramaturgie des Falls. Geschickte Schnitte, Perspektivwechsel, Andeutungen. Im Laufe des Geschichte habe ich so ziemlich jeden im Verdacht gehabt, der Killer zu sein.

Insofern Hut ab vor dem spannenden Debütthriller. Aber ob ich nochmal einen Thriller von Søren Sveistrup lesen werde, weiß ich nicht. Für mich war es einen Tick zu hart. Ich lese doch eigentlich lieber Psychothriller in denen nicht ganz so viel Blut fließt.


Kaufen könnt ihr das Buch hier.

Wenn ihr das Buch über diesen Link erwerbt, der euch zu Thalia weiterleitet, bekomme ich eine kleine Provision dafür. Euch kostet das Buch nicht mehr als sonst auch. Ich habe mich für eine Partnerschaft mit Thalia entschieden, weil ich gerne den stationären Buchhandel unterstützen möchte und keinen reinen Online-Versand.


Dieses Buch wurde mir von meiner Lieblingsbuchhandlung, der Bücherinsel in Durmersheim, kostenlos zur Verfügung gestellt. Für das Verfassen der Rezension wurde ich nicht bezahlt.

Share:

0 Comment

    LEAVE A REPLY