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Rezension Das Geheimnis des Winterhauses von Sarah Lark (Hörbuch)

Titel: Das Geheimnis des Winterhauses

Autorin: Sarah Lark

Verlag: Lübbe Audio

ISBN: 9783785755464

Länge: 422 Minuten

Erscheinungsdatum: 24. November 2017

Preis: 12,00 € (UVP)

Kurzbeschreibung Das Geheimnis des Winterhauses von Sarah Lark

Als durch einen Krankheitsfall in der Familie herauskommt, dass ihre Großmutter adoptiert wurde, macht sich Ellinor auf die Suche nach ihren Wurzeln. Von Wien aus geht es über Dalmatien nach Neuseeland. Dort stößt sie bald auf viel versprechende Spuren und taucht gemeinsam mit dem Leser in die Vergangenheit ein. Nach und nach wird die Wahrheit aufgedeckt und die Geschichten der Frauen ihrer Familie haben bald schon einen bedeutsamen Einfluss auf Ellinors Leben.


Rezension Das Geheimnis des Winterhauses von Sarah Lark

Nachdem ich alle Teile der “Schattenjäger-Chroniken” von Cassandra Clare gehört hatte, hatte ich das dringende Bedürfnis, etwas “fürs Herz” zu hören und wurde nicht enttäuscht. Obwohl ich von Sarah Lark schon einige Bücher gelesen bzw. Hörbücher gehört habe, war ich von “das Geheimnis des Winterhauses” durchaus (positiv) überrascht. Ich kenne von der Autorin die vielen Sagen, die sie geschrieben hat, die meistens im 19. Jahrhundert oder noch früher spielen. Und jetzt das: eine Heute-Damals-Story, wie ich sie so gerne mag, mit sympathischen Protagonisten und für mich als Genealogie-Interessierte genau das Richtige.

Die Geschichte beginnt im Heute, mit Ellinor in der Hauptrolle. Durch eine unschöne Angelegenheit (ihre Cousine zweiten Grades braucht eine Nierenspende) kommt heraus, dass ihre Familie gar nicht ihre Familie ist. Ihre Großmutter war nur ein adoptiertes bzw. angenommenes Kind ihrer Urgroßeltern und ihre Cousine zweiten Grades, der sie doch helfen wollte, ist gar nicht mit ihr blutsverwandt. Ellinor nimmt es relativ gefasst auf – es geht schließlich nicht um sie persönlich, sondern um die Großmutter -, macht sich aber dennoch auf die Suche nach ihren Wurzeln. Und so gelangt sie von Wien aus, wo sie lebt, nach Dalmatien, in ein kleines Winzerdorf und erfährt die Geschichte ihrer Urgroßmutter Liliana.

Hier kommt der erste Zeitsprung. Von einer entfernten Cousine erfährt sie, wie sich Liliana in Ellinors Urgroßvater Frano verliebt, wie er ihr Versprechungen gemacht, sie verführt und schließlich schwanger sitzen gelassen hatte. Eine Geschichte, wie sie vermutlich sehr oft passiert ist. Liliana hatte später wieder geheiratet und eben diese Familie lernt Ellinor jetzt kennen. Leider erinnert sich Lilianas neue Familie nur ungern an das Intermezzo mit Frano und bleibt größtenteils ablehnend Ellinor gegenüber. Sie erfährt aber trotzdem, dass Frano nach Neuseeland (und hier kommt wieder Sarah Larks Lieblingsland im Spiel) ausgewandert ist.

Trotz der Proteste ihres Manns Gernot beschließt Ellinor sehr kurzfristig, nach Neuseeland zu fliegen und ihre Familie zu finden. Gernot, ein “Künstler”, dessen Kunst niemand kaufen will, begleitet sie unwillig. Da man heutzutage ja viele Infos im Internet findet, stößt Ellinor schnell auf die neue Familie ihres Urgroßvaters und wird freudig aufgenommen. Sie bekommt eine Kopie der Tagebücher von Clara, der späteren Frau von Frano und es folgt eine neue Geschichte. Sie klingt tatsächlich ganz ähnlich wie Lilianas Erlebnisse, mit dem Unterschied, dass es hier eine Hochzeit gab und die gemeinsamen Nachkommen den Nachnamen von Frano tragen.

Ellinor ist fasziniert von der Vergangenheit und hofft immer noch auf eine weitere Spur von Frano, denn auch aus Claras Leben ist er ganz plötzlich verschwunden. Und tatsächlich bringt sie der Link zu einer Talkshow, den ihre neu gefundene  Großcousine Rebecca ihr schickt, auf den Autoren Melvin, der gerade ein Buch über seine Familiengeschichte veröffentlicht hat. Und auch in seinem Leben scheint Frano – der sich dort Frank nannte – eine Rolle gespielt zu haben. Ellinor trifft ihn, begleitet von Gernot und Rebecca, und hört sich seine Erkenntnisse zu seiner Urgroßmutter Allison an.

Die Fäden verstricken sich immer mehr und – soviel sei verraten – am Ende klärt sich das Ganze auf und man erfährt tatsächlich, was mit Ellinors Urgroßeltern geschehen ist.

Neben den einzelnen Geschichten in der Vergangenheit – Liliana, Clara und schließlich Alison – spielt ein großer Teil des Buchs im Jetzt, rund um Ellinors Leben. Ellinor ist eine sympathische junge Frau, eigentlich sehr selbstständig, beruflich erfolgreich, mit einer tollen Familie. Aber da ist auch diese Seite an ihr, die sie unsicher macht, nicht zuletzt bedingt durch ihren Mann Gernot, der mir von Anfang an unsympathisch war, und die ungewollte Kinderlosigkeit. Im Laufe des Buchs kommt immer mehr raus, was für ein Ekel Gernot ist – auch wenn Ellinor das sehr lange nicht sehen will. Aber durch die vielen Erlebnisse in der Vergangenheit werden ihr nach und nach die Augen geöffnet und ihre neue Verwandschaft (oder auch Nicht-Verwandschaft) hilft dabei auf die unterschiedlichste Art und Weise.

Die Figuren in diesem Roman sind, finde ich, gut herausgearbeitet, ohne dass direkt zu viel verraten wird. Man erfährt sehr viel über die Zeit und die Lebensbedingungen Anfang des 20. Jahrhunderts – auch wie unterschiedlich diese waren – und natürlich auch über die verschiedenen Länder. Eingebettet in die wunderschön beschriebene Landschaft von Neuseeland schafft Sarah Lark hier eine schöne, dramatische und auch spannende Geschichte, bei der man selbst ganz begierig ist, zu wissen, was denn da alles passiert ist und wie die einzelnen Fäden miteinander verstrickt sind. Ellinor schafft es, aus der Vergangenheit zu lernen und sie als das zu betrachten was sie ist: zwar abgeschlossen aber durchaus mit Einfluss auf ihr eigenes Leben – das sie selbst in der Hand hat!

Ich selbst finde Ahnenforschung auch sehr spannend und habe immer gehofft, bei meinen Nachforschungen mal etwas ähnlich Spannendes zu finden wie Ellinor…. obwohl ich vielleicht froh sein sollte, dass bei uns anscheinend alles ganz ruhig und normal zuging – soviel ich weiß.

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Category:Roman

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