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Rezension Das Dorf von Arno Strobel (Hörbuch)

Titel: Das Dorf (Hörbuch)

Autor: Arno Strobel

Verlag: Argon

ISBN: 783839813348

Länge:  420 Minuten (gekürzte Fassung)

Erscheinungsdatum: 112. Dezember 2014

Preis: UVP 16, 95 €


Kurzbeschreibung Das Dorf von Arno Strobel

Bastian Thanner wird vollkommen panisch von seiner Ex-Freundin Anna angerufen, die ihm angsterfüllt erzählt, dass sie in einem kleinen Dorf gefangen gehalten wird und getötet werden soll. Sie fleht ihn an, sie zu retten. Und weil die Polizei die Sache Bastians Meinung nach nicht so richtig ernst nimmt, macht er sich gemeinsam mit seinem Freund Safi auf den Weg in dieses Dorf, um Anna zu retten. Dort ist nichts so wie es scheint und Bastian zweifelt bald an seinem Verstand, immer getrieben von der Sorge um Anna.


Rezension Das Dorf von Arno Strobel

Von Arno Strobel habe ich schon einige Bücher gelesen bzw. als Hörbuch gehört. Während die letzten beiden, Anonym und Das Wesen, eher klassische Krimis waren, bei denen man aus Sicht der Ermittler die Story erlebte, würde ich dieses Hörbuch eher der Kategorie Psychothriller/Horror zuordnen.

Weil ich zur Zeit viel mit dem Auto unterwegs bin, höre ich viele Hörbücher (also nicht wundern über die zahlreichen Hörbuch-Rezensionen in nächster Zeit) und dieses hier, von Sascha Rotermund gelesen, hat mir sehr gut gefallen. Rotermund hat eine angenehme Stimme, die toll betont und mich – neben der eigentlichen Geschichte – fesseln kann.

Bastian und Safi machen sich nach Annas Anruf auf den Weg in das kleine Dörfchen Frundo, wo sich Anna nach eigenen Aussagen befindet. Dort angekommen, werden sie von einem Taxifahrer weiter geleitet in den noch kleineren Ort Kissach, wo der Fahrer Anna angeblich in einem Haus hinter dem Fenster gesehen hat. Kissach kommt mir vor wie ein kleines Gruseldorf voller alter Häuser. Ich fand die Beschreibung sehr eindrücklich und konnte die Atmosphäre gut nachfühlen: die alten, teils verfallenen Häuser, die menschenleeren Straßen, der Regen – und dann die ersten merkwürdigen Begegnungen. Alles in allem eine gruselige Stimmung. Bastian und Safi wissen nun, in welchem Haus der Taxifahrer Anna gesehen haben will und rätseln, was sie tun sollen.

Hier kommt ein Aspekt des Buchs ins Spiel, der mir wirklich positiv aufgefallen ist: es ist an vielen Stellen erstaunlich realistisch. Während nämlich Bastian kopflos in das entsprechende Haus stürmen möchte, hält Safi ihn auf und fragt, was er denn dort zu tun gedenkt – endlich mal jemand, der mitdenkt! Auch wenige Minuten später, als die beiden sich doch entschlossen haben, zum Haus zu gehen und auf die Rückseite schleichen, wieder so eine Szene: Bastian sieht durch ein Kellerfenster Annas Rucksack und hat Angst, dass der vermeintliche Entführer diesen entfernt, wenn er jetzt weg geht, um die Polizei zu alarmieren – da macht Safi einfach ein Foto mit dem Smartphone. Super Idee!

Zurück beim Auto sind die Reifen zerstochen, die beiden haben keinen Handyempfang und das Unglück nimmt seinen Lauf: Bastian hat merkwürdige Begegnungen mit Anwohnern, er sieht komische Dinge, die nicht sein können und hängt in diesem Dorf fest. Safi verschwindet und Bastian kommt im Haus einer Frau namens Mia unter. Immer wieder geschehen Dinge, an die sich später keiner mehr erinnern kann oder die sich als unwahr herausstellen.

Bald weiß Bastian nicht mehr, was wahr ist und was nicht, wen es wirklich gibt und wen nicht. Er hat Angst und weiß nicht weiter. Trotzdem bemüht er sich, die Sache logisch anzugehen, Begründungen zu finden und auch die anderen davon zu überzeugen…. bis er selbst nicht mehr weiß, was er glauben soll.

Als Leser ist man genauso verwirrt wie Bastian. Was genau passiert da? Hat er Halluzinationen? Gibt es übernatürliche Phänomene, Geister? Klar, man merkt bald, dass da etwas nicht stimmt, aber tatsächlich habe ich bis zum Ende keine wirkliche Idee gehabt, was da genau passiert – ein gutes Zeichen für einen Thriller, denn wer mag bei sowas schon Vorhersehbarkeit?

Bastian war mir sympathisch, man bekommt viele Einblicke in seine Gedanken und Gefühle, vor allem als er sich selbst fragt, was mit ihm und diesem kleinen Dörfchen los ist. Obwohl es immer wieder kurze Einschübe in Form von Tagebucheinträgen gibt, liegt der Fokus auf seinem Erlebten. Ich habe mitgefiebert und gerätselt und war am Ende ein klein wenig enttäuscht, weil die Auflösung eher knapp gehalten war, aber auch überrascht von der Idee dahinter.

Vielleicht liegt es daran, dass ich als Hörbuch eine gekürzte Fassung hatte, aber an manchen Stellen hätte man meiner Meinung nach noch ein wenig mehr in die Tiefe gehen können, besonders eben am Ende bei der Auflösung. Ansonsten fand ich dieses Buch, das eben komplett anders war als die Bücher, die ich von Arno Strobel zuletzt gelesen hatte, wirklich spannend – ich habe mich schon auf jede weitere Autofahrt gefreut, auf der ich es hören durfte. Da es eben eher “psycho” ist, würde ich es Lesern von Sebastian Fitzek empfehlen.

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Category:Thriller

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