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Rezension Blutroter Sonntag von Nicci French

Titel: Blutroter Sonntag

Autorin: Nicci French

Verlag: C. Bertelsmann Verlag

ISBN: 9783570103166

Seiten: 448

Erscheinungsdatum: 30. Oktober 2017

Preis: 10,00€


Kurzbeschreibung Blutroter Sonntag von Nicci French

Unter dem Fußboden von Psychologin Frieda Klein wird eine verstümmelte Leiche gefunden und sie ist sich sicher, ihr Widersacher Dean Reeves ist zurück und hat ihr eine Botschaft hinterlassen. Selbst die Polizei glaubt ihr nun, dass der gefährliche Killer, mit dem sie sich seit Jahren ein Katz und Maus Spiel liefert, noch am Leben ist. Aber dann werden ihre Freunde und Familie angegriffen und plötzlich ist sich Frieda gar nicht mehr so sicher, ob das alles wirklich Dean Reeves‘ Handschrift trägt.


Rezension Blutroter Sonntag von Nicci French

Was genau ich mir dabei gedacht habe, ein Buch als Rezensionsexemplar anzufragen, das der 7. Teil von etwas ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich habe nur gesehen, dass es von Nicci French ist, mich erinnert, dass ich die Bücher früher immer gerne gelesen habe und geklickt. Erst, als ich angefangen habe zu lesen, ist mir bewusst geworden, dass das wohl ein Mehrteiler sein muss und ich habe recherchiert:
Die Psychotherapeutin Frieda Klein ist Ende 30 und lebt in London. Im ersten Teil der Buchreihe, Blauer Montag, wird sie zum ersten Mal mit den Themen Kriminalität und Verbrechen konfrontiert und zusammen mit Inspector Karlsson beginnt sie zu ermitteln. Dean Reeves als persönliche Bedrohung für sie scheint sich durch alle Bücher zu ziehen. Was in manchen anderen Mehrteilern ein wenig zu ausführlich ist, kommt hier leider zu kurz: eine Zusammenfassung über das bereits Geschehene. Das hätte mir das Lesen und das Verstehen der Zusammenhänge einfacher gemacht. Aber selbst schuld, wenn man mitten in der Reihe, beziehungsweise fast am Ende anfängt zu lesen.

Worum geht es?

Der Thriller beginnt damit, dass Inspector Karlsson zu einem Leichenfundort gerufen wird. Auch seine Kollegin Yvette, die wohl in den vergangenen Bänden schon eine wichtige Rolle gespielt hat, ist dabei und die neu hinzugekommene Petra Burge. In Friedas Haus wurde eine Leiche gefunden, spektakulär unter den Brettern ihres Fußbodens versteckt, was bedeutet, dass der Mörder einigen Aufwand betrieben hat, um die Leiche dort zu platzieren. Frieda ist sich sicher, es war Dean Reeves, denn der Tote ist kein Unbekannter, sondern jemand, der in Friedas Namen nach Dean Reeves suchen sollte. Und auch die Polizei kann diese Tatsache nicht ignorieren und glaubt ihr endlich, dass Reeves noch am Leben ist (leider wird nicht erklärt, warum die Polizei davon ausging, dass er tot ist). Frieda fühlt sich sehr bedroht.
Einige Zeit später beginnen dann die Angriffe auf Friedas Familie und ihre Freunde: ihre Nichte Chloe wird entführt, unter Drogen gesetzt und zwei Tage gefangen gehalten, jedoch ohne dass ihr Gewalt angetan wird. Friedas guter Freund Reuben wird brutal zusammengeschlagen, in seinem eigenen Haus. Obwohl Frieda sich Mühe gibt und ihre Freunde und Familie bittet, sich zusammenzutun und aufeinander aufzupassen, geschieht bald das nächste Unglück: der kleine Sohn ihres Freundes Joseph wird mitten auf einem Markt entführt und erst einen Tag später wieder gefunden. In der Hand hält er ein menschliches Ohr, das der Leiche unter Friedas Fußboden gehörte. Jetzt weiß Frieda sicher, dass das eine Botschaft von Dean Reeves ist. Eine, die besagt, dass er mit den anderen Vorfällen nichts zu tun hat. Und diese Vorfälle häufen sich weiterhin. Wer aber steckt dahinter?
Obwohl Frieda sich recht schnell sicher ist und auch der Leser selbst einen Einblick in die Gedanken des Täters hat, dauert es noch eine ganze Weile, bis die Polizei das auch glaubt… und da ist es fast zu spät!

Meine Meinung

Die Story an sich ist eine solide Thrillerstory, mit Überraschungen, Spannung und viel Action. Auch der Schreibstil des Autorenpaars Sean French und Nicci Gerrard ist sehr gut, man kommt schnell rein und bleibt gefesselt. Allerdings bin ich mit den Charakteren nicht warm geworden. Bis zum Ende habe ich mit Frieda nicht richtig mitfühlen können. Obwohl man einige Einblicke in ihre Seele bekommt, sind diese Einblicke stets sehr neutral beschrieben. Auch die reine Menge an anderen Charakteren, Freund, Familie, Polizisten, etc. ist so groß, dass jeder einzelne ein wenig zu kurz kommt. Immer wieder werden Charakterzüge angedeutet, angerissen, um dann wieder direkt zum nächsten Charakter zu wechseln, so dass man sich auf keinen von ihnen so richtig einlassen kann. Das ist wirklich schade, denn ich vermute, dass die einzelnen Personen in den anderen Bänden schon jeweils wichtige Rollen hatten und deshalb hier kurz gehalten werden. Da die Autoren immer wieder betonen, dass die Thriller zwar zusammenhängen, aber auch einzeln gelesen werden können, darf und kann ich dieses Buch nur als einzelnes bewerten und da fehlt mir definitiv die Tiefe. An einzelnen Stellen hätte man lieber etwas von der Story kürzen können und dafür mehr auf die Personen eingehen können. Ich habe jetzt, nachdem ich fertig gelesen habe, nicht den Eindruck, als ob ich einen der Charaktere wirklich gut kenne. Weder die Protagonistin Frieda noch einen der Ermittler oder den Täter. Alles nur kurz und knapp angerissen. Das ist wirklich schade, weil ich die Story dahinter eigentlich echt gut fand und aus früheren Thrillern von Nicci French weiß, dass es auch anders geht.
Wenn ich eines Tages mal viel Zeit habe, werde ich mir die Reihe vielleicht mal von Anfang an vornehmen und vielleicht packt sie mich dann ja mehr.


Vielen Dank an das Bloggerportal von Random House, über das ich dieses Buch freundlicherweise vom C. Bertelsmann Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt bekam. Für das Verfassen der Rezension wurde ich nicht bezahlt.

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Category:Krimi, Thriller

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