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Meine guten Lese-Vorsätze

Wieder einmal hat ein neues Jahr begonnen und wieder einmal lasse ich das alte Jahr Revue passieren. Versteht mich nicht falsch, von diesem ganzen Gute-Vorsätze-Zwang halte ich überhaupt nichts, ich kann mir ja auch mitten im Jahr vornehmen dies oder jenes zu tun oder zu lassen. Aber das Vorsätze-Thema kommt nunmal kurz vor dem Jahreswechsel immer mal wieder auf und ob ich will oder nicht, stellt sich bei mir automatisch die Frage „will ich mir dieses Jahr etwas vornehmen?“ Meine klare Antwort darauf ist: „Nein!“ Und da kommt meine liebe Cousine Sarah am ersten Tag dieses neuen Jahres mit einem Video. Auf diesem ist ein Poster zu sehen, das 100 Rubbelbilder enthält. Hinter jedem freigerubbelten Kästchen, wird der Titel eines Literaturklassikers sichtbar, der daraufhin gelesen werden muss. “Super Teil”, dachte ich mir.

Da gibt es nämlich eine Sache, die ich mir seit etlichen Jahren vornehme und zwar mehr Klassiker der Weltliteratur zu lesen. Keine Ahnung warum ich mir diesen Vorsatz jedes Jahr aufs Neue aufbürde, denn es ist ja nicht so, als würde mich das beruflich oder sonst irgendwie weiterbringen. Aber irgendwo in meinem Kopf regt sich jedes Jahr das Vorhaben doch diesmal nur die Bücher der ganz großen Autoren zu lesen. Es ist ja auch nicht so, als wäre nicht genug Auswahl für jeden Geschmack da – von der Antike bis ins 21. Jahrhundert, von der Klassik bis zur Moderne, von Europa bis Amerika – überall und zu jeder Zeit wurden Werke von großer Bedeutung geschrieben. Es ist auch nicht so, als hätte ich gar nichts gelesen aber meine Neugier ist noch lange nicht gestillt. Es ist vielmehr so, dass ich mich nicht entscheiden kann, wo ich anfangen soll. Bis ich meine Entscheidung getroffen habe, schnappe ich mir also mal wieder ein anderes, wesentlich weniger monumentales Buch aus der aktuellen Belletristik-Bestseller-Liste und danach wieder eins und so weiter, bis wieder ein Jahr um ist.

Bücher Meine guten Lese-Vorsätze

Zudem habe ich Angst davor, keinen Zugang zu den Büchern zu finden. Ich bin leider ganz schlecht darin ein Buch, das mir nicht gefällt einfach abzubrechen, lieber quäle ich mich ewig durch, in der Hoffnung doch noch auf eine interessante Stelle zu stoßen. Dann kommt auch noch der liebe Faktor Zeit dazu. Bevor ich in den Mutterschutz gegangen bin, habe ich mir so viele Dinge vorgenommen, dass ich den Überblick verloren und einfach nichts von alldem gemacht habe. So ging es auch das gesamte Jahr über weiter, in dem ich mit Ava zuhause war. Natürlich habe ich in der ganzen Zeit jede Menge toller Dinge gemacht und auch viele Bücher gelesen, nur eben wieder keinen einzigen Klassiker. Jetzt ist meine Tochter ein Jahr alt und ich fange demnächst wieder an zu arbeiten, mein Tag wird tendenziell also eher voller als leerer. Mein etwas spleeniger Lese-Vorsatz besteht natürlich weiterhin. Wer weiß, vielleicht schaffe ich in diesem Jahr ein paar der alten Schinken…oder im nächsten…oder…
Literatur Prokrastination Deluxe!

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