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Lese-Luxus für die Kleinsten: Bobo Siebenschläfer

Infos zu Bobo Siebenschläfer: Viel Spaß im Kindergarten

Titel: Bobo Siebenschläfer: Viel Spaß im Kindergarten

Autor: Markus Osterwalder

Verlag: Rowohlt

Format: gebunden

Seitenzahl: 96

Erscheinungsdatum: 23. Juni 2017 (7. Auflage)

ISBN: 978-3499217630

Preis: 9,99 €

Altersempfehlung (laut Verlag): ab 3 Jahren

 


Rezension Bobo Siebenschläfer:Viel Spaß im Kindergarten

Wer erinnert sich noch an Bobo Siebenschläfer? Ich habe seine Geschichten als Kind geliebt und dachte immer, das wäre ein absoluter Kinderbuchklassiker, stelle aber mittlerweile fest, dass Viele noch nie von ihm gehört haben. Ich selbst bekam das erste Bobo-Buch als kleines Kind von einem Freund meiner Eltern geschenkt und obwohl meine Mutter immer meint, sie fand die Zeichnungen überhaupt nicht ansprechend, habe ich selbst es verschlungen und meine Eltern mussten es mir immer und immer wieder vorlesen. Deshalb stand für mich auch von Anfang an fest, dass meine Tochter viele Bobo-Geschichten hören würde und zum zweiten Geburtstag bekam sie “Bobo Siebenschläfer: Viel Spaß im Kindergarten” von uns geschenkt.

Als ich mich auf diesen Beitrag vorbereitet habe, habe ich ein wenig zu Bobo Siebenschläfer recherchiert und gemerkt, dass es sehr geteilte Meinungen dazu gibt. In den alten Bobo-Büchern ist in Familie Siebenschläfer wohl ein sehr klassisches Rollenbild gegeben, mit einem Vater, der entweder arbeitet oder Zeitung liest, und einer Mutter, die zuhause kocht und putzt und Bobo betreut. In den neueren Büchern wie diesem hier kann ich das so nicht bestätigen, obwohl Bobos Eltern nicht besonders oft vorkommen.

Worum geht es?

In diesem Buch dreht sich nämlich alles um den kleinen Bobo und seine Zeit im Kindergarten. Bobo, der wie der Name schon verrät ein Siebenschläfer ist, ist inzwischen alt genug für den Kindergarten. In der ersten der vier enthaltenen Geschichten ist Bobo deshalb mit Mama und Papa – ökologisch wertvoll mit dem Bus – unterwegs ins Einkaufszentrum, wo ein Rucksack, Brotdose, Flasche und Hausschuhe für den Kindergarten gekauft werden. Immer mit dabei Kuscheltier Hasi. Bobo lernt im Laufe der Geschichte die kleine Siebenschläferin Fatima kennen. Zugegeben, der Name ist ein bisschen komisch gewählt. Ich weiß nicht, ob der Autor damit verdeutlichen wollte, dass hier alles ethnisch und kulturell offen zugeht (ein späterer Kindergartenfreund von Bobo heißt Jeremy, eine für mich ebenso ungewöhnliche Namenswahl), bis auf den Namen deutet allerdings nichts darauf hin, dass Fatima einen anderen kulturellen Hintergrund in dieser Geschichte haben könnte, außer dass sie oft (beim auf die Toilette gehen, beim Umziehen) etwas verschämt scheint.

In Teil 2 hat Bobo dann endlich seinen ersten Kindergartentag. Natürlich läuft alles reibungslos und bis auf ein bisschen Heimweh, das Hasi beseitigt, scheint es für den kleinen Siebenschläfer keine besondere Eingewöhnung zu geben. Das klingt zwar nach einem Traumstart, ich bin mir jedoch nicht ganz sicher, ob das die richtige Botschaft transportiert für ein Kleinkind, das zum ersten Mal in den Kindergarten kommt. Ansonsten wird aber der Kindergartenalltag schön dargestellt, vom Singkreis am Morgen über draußen spielen und gemeinsam Mittag essen bis hin zum Basteln.

Bücher Lese-Luxus für die Kleinsten: Bobo Siebenschläfer

Die dritte Geschichte handelt dann von einem neuen Kind im Kindergarten – zufällig ist das Kind Fatima, die sich sehr freut, dass sie Bobo schon kennt – und wie Bobo ihr hilft, alles im Kindergarten kennen zu lernen.

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Und im letzten Teil macht die ganze Kindergartengruppe mit Erzieherin Larissa einen Ausflug in den Park zum Schwimmen und Eis essen. Eins jedoch ist in allen Geschichten von Bobo gleich: am Ende schläft Bobo irgendwo ein – ob bei Papa auf dem Arm, im Buggy oder im Kindergarten – und das ist natürlich auch der Satz, den meine Tochter immer schon alleine sagen kann “Bobo eingeschlafen”.

Aber auch sonst kann sie das Buch inzwischen fast auswendig mitsprechen und trotz aller Kritik an diversen Stellen mag ich Bobo Siebenschläfer einfach total gerne. Immer noch. Und habe das anscheinend ganz schnell auf Carlotta übertragen.

Meine Meinung

Besonders schön finde ich in diesem Buch die bunt kolorierten Zeichnungen, die aber nicht die ganze Seite füllen, wie in vielen Kleinkinderbüchern, sondern wie einzelne Abbildungen auf einer weißen Seite sind. Bobo ist seit meiner Zeit deutlich farbenprächtiger geworden und auch die Art der Zeichnungen ist ganz anders als bei mir noch. Aber gut, da liegen halt auch mehr als 30 Jahre dazwischen…

Ganz am Anfang des Buchs findet man außerdem eine sehr hübsche Übersicht über die einzelnen Geschichten, jeweils mit kleinen Bildchen dabei, so dass auch schon die Kleinsten schnell erkennen können, worum es geht und auswählen können, welche Geschichte sie hören wollen (ok, bei uns werden sowieso immer alle nacheinander vorgelesen, aber es soll ja Kinder geben, die sich mit nur einer Geschichte begnügen).

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Über das Rollenbild und die Klischees kann man sicherlich diskutieren. Ich persönlich bin der Überzeugung, dass ein Kind, das in einem gleichberechtigten Haushalt aufwächst, in dem Mama und Papa beide Geschirr spülen, aber eben auch arbeiten gehen, keinen Schaden nimmt, wenn es in einem Buch ein anderes Familienmodell sieht in dem die Rollenverteilung anders ist. Und deshalb finde ich es auch nicht schlimm, wenn Mama Siebenschläfer zuhause bleibt und kocht und putzt (und ich finde es natürlich auch nicht schlimm, wenn jede andere Mama das macht, solange sie damit glücklich ist). Es ist schließlich nur eine Geschichte und selbst so kleine Menschen wie meine Tochter können erkennen ob etwas wahr ist oder nur Fantasie. Und genau deshalb wird Bobo uns noch sehr lange begleiten!

 

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Category:Kinderbuch

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